DNS
Das DNS (Domain Name System) ist das „Telefonbuch des Internets“. Immer, wenn Sie zum Beispiel in Ihrem Web-Browser einen Domain-Namen wie www.noris.net aufrufen, wird dieser zuerst in eine IP-Adresse (bei www.noris.de etwa 213.95.240.5 und 2001:780:6:901::5) übersetzt, mit der dann eine Datenverbindung aufgebaut wird. Dazu befragt Ihr Rechner im Allgemeinen einen sogenannten DNS-Resolver, meist ein Server des Providers, über den Ihre Internetverbindung aufgebaut wurde; bei noris network sind es etwa ns.noris.net und name.noris.net. Siehe auch Wichtige Server.
Dieser Resolver bezieht seine Informationen von den autoritativen DNS-Servern des Providers/Registrars, bei dem die jeweilige Domain DNS-technisch verwaltet wird. Einmal abgefragte Informationen merkt sich der Resolver lokal und beantwortet weitere Abfragen derselben Einträge aus diesem Zwischenspeicher (DNS-Cache), ohne erneut die primär zuständigen autoritativen DNS-Server abzufragen, dies dient hauptsächlich der Verkürzung der Antwortzeiten.
Problematisch wird dieses sogenannte „DNS-Caching“ jedoch, wenn DNS-Einträge geändert werden sollen, etwa weil ein Dienst auf ein neues Server-System umzieht: Zwar kann eine Änderung auf den autoritativen DNS-Servern grundsätzlich binnen Sekunden durchgeführt werden, jedoch können auch nach dieser Änderung weiterhin Zugriffe auf die alte Adresse stattfinden, da diese noch in den DNS-Resolvern vieler Provider gespeichert ist.
Das DNS-Caching lässt sich über die sogenannte TTL (Time To Live) für jeden DNS-Eintrag individuell steuern: Diese TTL legt fest, wie lange ein Resolver den Eintrag lokal speichern darf, bevor er gegebenenfalls wieder bei einem der für die Domain autoritativen Server nachfragen soll, um eine Änderung des Eintrags zu bemerken. Üblicherweise ist diese TTL auf einen Tag eingestellt, das heißt, Sie müssen nach einer Änderung noch circa 24 Stunden lang auch mit Zugriffen auf die zuvor eingetragene(n) Adresse(n) rechnen.
Um diese Zeitspanne zu verkürzen, kann die TTL für einen zu ändernden Eintrag bereits frühzeitig herabgesetzt werden, üblicherweise auf einen Wert von fünf Minuten (300 Sekunden). Sofern sicher ist, dass die DNS-Änderung endgültig ist, kann die TTL bei der eigentlichen Änderung des Eintrags wieder auf den Normalwert erhöht werden. Andernfalls sollte sie zunächst weiterhin herabgesetzt bleiben, sodass auch ein Zurückschalten auf den alten Zustand („Stepback“) innerhalb weniger Minuten die gewünschte Wirkung zeigt.
Soll bei einer Änderung sichergestellt werden, dass bereits nach wenigen Minuten alle Zugriffe auf das neue System erfolgen, ist folgendermaßen vorzugehen:
- Die TTL des zu ändernden Eintrags muss weit vor der geplanten Änderung (spätestens einen Tag vorher) auf fünf Minuten verkürzt werden, beziehungsweise entsprechend früher, falls die TTL des Eintrags auf mehr als einen Tag eingestellt war.
- Die eigentliche Umstellung (etwa der IP-Adresse) wird zum geplanten Zeitpunkt durchgeführt.
- Sobald sicher ist, dass die DNS-Änderung endgültig ist, sollte die TTL wieder normalisiert werden, um von den Vorteilen des DNS-Cachings zu profitieren.
